Entwicklung des Wortes Karate-Do

In den Anfängen gab es mehrere Bezeichnungen für die heute so bekannte Kampfkunst Karate-Do. Diese waren Okinawa-Te, Tode oder auch einfach nur Te. Mit der Zeit erfolgte schließlich eine Wandlung des Wortes Tode in Karate-Do. Diese Bezeichnung entstand wohl im Jahre 1929 und soll damals von Meister Gichin Funakoshi eingeführt worden sein.

Mitentscheidend für die Wandlung war die Aussprache. Die Silbe To im Wort Tode kann auch als Kara ausgesprochen werden und De hat die gleiche Bedeutung wie Te. Aus Tode entstand das Wort Karate. Anfangs hatte das Schriftzeichen Kara die Bedeutung China, wurde jedoch aus mehreren Gründen in Leer geändert. Zum einen war es der philosophisch-moralische Sinngehalt der Silbe Leer, zum anderen sollten die Assoziationen zu China vermieden werden, wegen des japanischen Nationalismus jener Zeit. Und nicht zuletzt sollte der Aspekt der Waffenlosigkeit hervorgehoben werden.

Quelle: Shotokan no Hyakkajiten

Die 4 grossen Karatestile

So bildeten sich in den Entwicklungsjahren 4 große Stilrichtungen. Shotokan, Shito Ryu , Wado Ryu und Goju Ryu . Jedoch haben sich innerhalb dieser Stilrichtungen wiederum verschiede Verbände und Gruppierungen gebildet, die meistens von Schülern der alten Großmeistern gegründet wurden. Ist vom Namen der Gruppe her nicht ersichtlich, um welche Stilrichtung es sich handelt, können die Katas Aufschluss geben um welchen Stil es sich handelt, denn die Katas wurden in ihrer Form von den Begründern der 4 Stilrichtungen entwickelt oder in den Stil übernommen.

Shotokan-Ryu / Gichin Funakoshi

Funakoshi Gichin, geboren 1868 in Shuri auf Okinawa und ursprünglich als Hauptschullehrer tätig, wird heute als Begründer des Shotokan-Karate angesehen.Sein Stil basiert auf Matsumuras Shorin Ryu. Shoto war Funakoshis Künstlername und bedeutet Pinienrauschen – seine erste eigene Trainingshalle (im Frühjahr 1935 in Tokyo eingeweiht) wurde aus diesem Grund Shotokan genannt. Diese Bezeichnung wurde später für seinen Karate-Stil übernommen.

Merkmale des Stils

Der Shōtōkan-Stil ist die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karatedō. Charakteristisch für diese Stilrichtung ist ein tiefer Stand, der dynamische und kraftvolle Bewegungen ermöglicht. Der tiefe Stand wird in erster Linie im Training der Grundschule Kihon und der Kata sowie in den Basis Kumiteübungen praktiziert. Hintergrund dessen ist, dass so die Muskulatur und die Bänder stets gedehnt werden um im Kampf eine hohe Reichweite zu erzielen.Hauptmerkmal des Shotokan-Stils ist der Kampf in einer möglichst weiten Distanz zum Gegner. Im Kumite-Shihai (Meisterschaft) und im Jiyu-Kumite (Freikampf) steht der Karateka locker und um einiges höher. Ein weiteres Merkmal des Shōtōkan-Stils ist, dass jede Hand- und Fausttechnik mit einer Drehung um die Längsachse von Arm und Hand durchgeführt wird. Jede Shōtōkan-Technik kann entweder als eine Angriffstechnik oder als eine Verteidigungstechnik eingesetzt werden. Wendungen der Stände werden im Gegensatz zum z.B. Gōjū-ryū oder Shitō-ryū vom hinterem Fuß initiiert. Shōtōkan-Techniken zielen, im Gegensatz zu oben genannten Stilen, auf die vertikale Körpermitte des Gegners, also die Linie vom Kinn über Solarplexus bis zu den Genitalien.

Wado Ryu / Hironori Otsuka

Wado-Ryu-Karate, das von Sensei Hironori Ohtsuka 1939 entwickelt wurde, stellt eine Kombination japanischer Kampfkünste (Yagyu Kenjutsu, Yoshinryu Jiu-Jitsu Kempo) mit dem aus Okinawa stammenden Karate dar, das Othsuka Sensei (1892 – 1982) von Funakoshi Sensei, Mabuni Sensei und Motobu Sensei lernte.Das technische Repertoire der Stilrichtung umfaßt daher aus dem Jiu-Jitsu Techniken wie Hebel und Würfe und aus dem Karate Tritte, Blocks, Schläge und Stöße.Der Name Wado-Ryu (Wa = Frieden; Do = Weg; Ryu = Stil) zeigt an, daß sich diese Kampfkunst als Teil der japanischen Do-Künste versteht, deren Übungsziel der innere Frieden für den einzelnen und damit letztendlich für die Gesellschaft ist.

Die Grundprinzipien

Die dem Wado-Ryu zugrundeliegenden Bewegungsprinzipien, wie z.B. Ausweichen und Mitführen der gegnerischen Technik bei einem Angriff, Eindringen in den Angreifer und Kontrolle des Gegners sowie fließende Übergänge zwischen den einzelnen Techniken, sind denen der anderen japanischen Budokünste wie Kendo, Jodo oder Aikido verwandt.

Kanryo Hiagonna / Goju Ryu

Kanryo Higaonna wurde am 10. März 1853, auf Okinawa geboren. Es war die Zeit als die Insel von dem Satsuma Clan besetzt war. Higaonna ist in Nishimura der Stadt Naha als vierter Sohn von Kanryo Higaonna in zehnter Generation geboren.Kanryo Higaonna besuchte im Jahr 1877 für etwa drei Jahre die Stadt Fuchou in China. Eine andere historische Quelle besagt, dass er ab dem Jahr 1873 für fünfzehn Jahre in Fuchou weilte. Kampfkunst Historiker gehen davon aus, dass Higaonna in dieser Zeit den Shaolin Chun Stil erlernte. Eine weitere Überlieferung besagt, dass sein Aufenthalt in China politische Natur waren.Das chinesische System der Faust, welches Kanryo Higaonna von Wie Shinzan und Leu Luko erlernte, war auch bekannt unter dem Namen Pan Gainoon, was soviel bedeutet wie “Eine Hälfte ist hart und die andere Hälfte ist weich“. Die Katas wie Sanchin, Sanseiru, Suparinpei (Pecchurin) die heute in den Goju Ryu Schulen praktiziert werden, stammen ursprünglich aus diesem Stil.

Chojun Miyagi / Goju Ryu

Lehrjahre unter Kanryo Hiagonna

1902, im Alter von vierzehn Jahren begann Chojun Miyagi für drei Jahre die Kunst des Naha-te bei Kanryo Higaonna zu lernen. Im Jahr 1905 reiste Chojun nach China und besuchte dieselbe Stadt Fuchou in Fukien wie dazumal Kanryo Higaonna.In China trainierte er die Shaolin- und die Pakua-Form. Durch dieses Training und die Erfahrungen in Miyagis zuerst trainiertem System (Naha-Te) entstand mit der Zeit Miyagis Goju-Ryu (dt. Hart-Weich-Stil). Nach seiner Rückkehr nach Naha eröffnete Miyagi sein eigenes Dojo.

Mit seiner charismatischen Ausstrahlung und seinem ergebenen Pflichtgefühl, konnte Chojun Miyagi auf Okinawa erfolgreich sein Karate unterrichten, welches er Goju Ryu Karate nannte, was übersetzt „harter und weicher Stil“ bedeutet.Miyagis Ambitionen lagen in der Verbreitung des Karate. So führte er Karate in Schulen und anderen sozialen Einrichtungen ein. Er entwickelte die Kata Sanchin, als harten Aspekt des Goju-Ryu, und die Kata Tensho als weichen Aspekt.

Gogen Yamaguchi / Goju Ryu

Im Jahr 1931, im Alter von 22 wurde Yamaguchi dem Begründer des Goju Ryu Stils, Meister Chojun Miyagi vorgestellt. Das Treffen hatte einen starken Einfluss auf die Sichtweise von Yamaguchi, was das Karate anbelangte.Im Jahr 1937 gab ihm Chojun Miyagi den Übernahmen Gogen, was soviel wie „hart, das Tor“ bedeutet. Miyagi bestimmte dann Gogen Yamaguchi als seinen Nachfolger des Goju Ryu in Japan. 1951 wurde Yamaguchi dann von Chojun Miyagi zum 10. Dan Grad befördert. Gogen Yamaguchi war als einer der grössten Karate Meister in Japan anerkannt.

Nebst dem Goju Ryu Karate auf Okinawa, verbreitete Yamaguchi das Goju Ryu auf dem Festland und nannte seinen Verband später All Japan Karate Do Goju Kai Assocation. Da Gogen Yamaguchi und seine Söhne das Gojukai Karate auf allen Kontinenten begannen zu unterrichteten, gründete Gogen Yamaguchi den Weltverband „International Karatedo Gojukai Association / I.K.G.A. so wird heute in über 64 Länder das Gojukai Karate praktiziert.