Jiu Jitsu und Gojukai Karate Do Seminar 2019

Jiu Jitsu und Gojukai Karate Do Seminar 2019

Rainer Grytt Kyoshi 8.Dan, Ehrenpräsident des Yoshinkan International Horst Baumgürtel Renshi 6.Dan, Shibucho des Swiss Karate-Do Goju-Kai

Auch das 7. Seminar soll jedem Budoka die Möglichkeit geben, seine Kenntnisse erweitern zu können. Dabei wird gezielt unterrichtet, wie die Stärken der beiden Kampfkünste wirksam im eigenen Kampfsystem zur Anwendung kommen. Beide Künste beinhalten das Schriftzeichen JU , was sanft und weich bedeutet und sich im Jiu-Jutsu wie dem Goju Ryu Karate durch runde und fliessende Bewegungsformen wiederspiegelt. Das jährliche Seminar in dieser Form findet dieses Mal wieder in Bern statt.

8. IKGA Europameisterschaft & 30. Europa Seminar

8. IKGA Europameisterschaft & 30. Europa Seminar

Am 14. Juli 2015 fand die 8. IKGA Europameisterschaft in England im Potters Resort an der schönen englischen Norfolk-Küste statt. Es folgte das 30. IKGA European Training Seminar für den Rest der Woche. Die Veranstaltung wurde durch die Anwesenheit von Saiko Shihan Goshi Yamaguchi und seinem Sohn Gohei Yamaguchi Shihan und Ingo De Jong Hanshi geehrt. Bei der Eröffnung des Seminars wurden die ersten beiden europäischen Frauen Shihan, Nicole Van Den Dries (Niederlande) und Doris Berger (Schweiz) vorgestellt, weitere Shihan-Preise gingen an Vlastislav Mika (Tschechien) und Szabó János (Ungarn). Die Meisterschaft wurden von Shihan Mark Adams organisiert und wurden von 174 Teilnehmern aus 11 Ländern besucht: England, Belgien, Tschechien, Ungarn, Italien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Slowakei, Schweden und Schweiz. Es gab 16 Kategorien von Kata-Wettbewerben, einschließlich Team-Kata und Bunkai und 19 Kategorien von Kumite-Wettbewerben, einschließlich Team-Kumite. Saiko Shihan Goshi Yamaguchi forderte die Teilnehmer auf, ihre hochkarätigen Techniken und ihre ausgezeichnete Sportlichkeit unter Beweis zu stellen, und Hanshi Shihan Ingo de Jong forderte alle Teilnehmer auf, die richtige Einstellung zum Wettbewerb zu zeigen: Sieg und Niederlage sollten nicht so wichtig sein wie Karate zu genießen und ihre Erfahrungen zur Verbesserung zu nutzen. Die Teilnehmer nahmen diese wichtigen Botschaften auf und genossen den Wettbewerb. Dem Wettbewerb folgte das 30. Europäische Trainingsseminar, organisiert von Shihan Tony Childs, mit Experten-Unterricht von Saiko Shihan und den europäischen Shihans.

Europa Shihan Seminar

Europa Shihan Seminar

Das dritte I.K.G.A. Europa Shihan Seminar fand dieses Jahr im März 2013 in Griechenland/ Thesaloniki statt.

Nach einem feinen Frühstück mit viel Tsaziki und Gemüse, wurden wir auch schon vom Organisator des diesjährigen Seminars, dem Shibucho von Griechenland, Shihan Peter Passis freundlich begrüsst.

Unter der Leitung von Vizepräsident Hanshi Ingo de Jong wurde das Seminar dieses Jahr mit elf Shihan aus ganz Europa mit einem zweistündigen Grundschultraining eröffnet.

Auch dieses Jahr wurde die Wichtigkeit des Trainings darauf ausgerichtet, die Bedeutung von Go und Ju zu verstehen. Dabei kommen die mentale Bereitschaft und die innere Energie zum Tragen, die sich in der Ausführung der Technik wiederspiegelt. Deshalb wurde der Schwerpunkt am folge Tag auf die Meister Katas Genkaku und Chikaku gelegt. Das Ausführen der beiden Katas erfordert ein höchstes Mass an technischem Können, geistiger Ruhe, verinnerlichtem Gefühl und Verständniss für die zwei Elemente Go und Ju.

Nach dem intensiven Training vom Samstag wurde anschliessend Go und Ju durch die Atem Katas Sanchin und Tensho in der Ausführung und dem Bunkai Kata ähnlichen Kaeshi Kumite geübt. Die sehr komplexen Bewegungsabläufe die Grossmeister Goshi Yamaguchi in Form des Kaeshi Kumite geschaffen hat, sind die Vorstufe zum sehr effektiven Goju Ryu Jiyu Kumite welches mit dem Wettkampf Kumite jedoch nicht zu vergleichen ist. Nach einem erfüllten und intensiven Training gönnten wir uns doch noch ein paar Stunden an der Hafenpromenade, bevor es Abschied nehmen hiess.

Gojukai Karate Seminar 2012 
mit Grossmeister Masatoshi Yamaguchi

Gojukai Karate Seminar 2012 
mit Grossmeister Masatoshi Yamaguchi

Es war mir eine grosse Freude und Ehre zugleich, den zweiten Lehrgang mit dem Ausnahmetalent Masatoshi Yamaguchi Shihan 7. Dan durchführen zu dürfen. Das zweite Mal überhaupt, dass Yamaguchi Shihan in Europa an einem Karate Seminar teilnimmt. Durch seine Erfahrung im Wettkampfbereich, seinem Wissen das weit über das traditionelle Karate hinaus geht, unterrichte Yamaguchi Shihan ein sehr fundiertes Karate.

Nebst der Arbeit als Kleinunternehmer führt Yamaguchi Shihan ein traditionelles Dojo das sich im eigenen Haus zwischen Büro und Wohnung im Zentrum von Tokyo befindet. Yamaguchi hat sich durch seine Firma ganz bewusst Freiraum geschaffen, der es ihm erlaubt sich intensiv auf das Karate Training zu konzentrieren und sein Position als Technischer Koordinator in der Führungsspitze des Japan Gojukai (J.K.G.A) wahr zu nehmen.

Als Yamaguchi Shihan also von Horst Baumgürtel gefragt wurde, ob ein längerer Aufenthalt in der Schweiz möglich sei, meine er nur: „ hai, mondai nai desu“, was auf Deutsch „ja, kein Problem“ bedeutet. Yamaguchi Shihan blieb also zu unserer grossen Freude volle 10 Tag in der Schweiz. So beschränkte sich der Besuch nicht nur auf ein Karatewochenende, sonder ermöglichte seinen Unterricht auch im regulären Wochentraining. Das war für die Kleinsten natürlich etwas noch nie Dagewesenes: „ In unserem Dojo ein richtiger Japaner der dazu nur Japanisch spricht!“ Yamaguchi Shihan unterrichtete mit so viel Scharm, Witz und Gestik, dass die Kinder ihre Scheu gleich ablegten und begeistert mitmachten. Nach dem Training hatten die Kinder die Möglichkeit ihren Namen von Yamaguchi Shihan persönlich auf den Gurt schreiben zu lassen, was natürlich für alle ein muss bedeutete.

In der nächsten Klasse wurde der Unterricht intensiver, denn die Jugendlichen mussten sich mit Grundschule und Beintraining mächtig ins Zeug legen. Bei den Erwachsenen war dann Kumite angesagt, wobei Yamguchi einmal mehr beeindruckend zeigte, wie kräftige und schnelle Techniken aus einer soliden Grundtechnik zum tragen kommen.

Ausser Karate waren natürlich Tagesausflüge angesagt. Unter anderem standen H.R. Giger Museum, Schaukäserei im Emmental, Ausflug nach Interlaken, Besuch des Kristallkellers des berühmten Strahlers Paul von Känel in Reichenbach, Essen am Thunersee bis hin zum Relaxen im Solbad Schönbühl auf dem Programm.

Nach den entspannten Tagen begann das dreitägige Seminar am Freitagabend in unserem Dojo. Für den Auftakt waren nur Braun und Dan Grade zugelassen. Da der Lehrgang als Stil offen ausgeschrieben war, waren zu unserer Freude auch hohe Dan Träger des JKS Verbands wie Peter Wyss 5. Dan und Beat Frey 5. Dan mit ihren Schülern anwesend. Japan Karate Shotorenmei (JKS) ist ein Verband mit dem der Gojukai Bern seit vielen Jahren eine gute Beziehung pflegt. Die Bekanntschaft begann nichts ahnend schon vor vielen Jahren als Horst Baumgürtel in Japan Mitglied im All Tokyo Karate Team war, denn der heutige Technische Direktor Sensei Masao Kagawa 8th Dan war einer der bekannten Trainer des Teams. Mit Sensei Kagawa als persönlichen Coach gewann Horst Baumgürtel damals die JKF Full Kontakt Tokyo Meisterschaft.

An diesem Abend war ebenfalls Kumite das Thema. Das Motto war den Konterangriff beim Zurückweichen, Vorgehen und Ausweichen auszuführen. Was sich als harte Nuss herausstellte, die nur durch technisches Geschick zu knacken war. Für den Samstag war der rote Faden leicht zu erkennen. Nach dem Warmlaufen und dem Stretching war Konditionstraining angesagt. Die Halle hoch und runter mit einer schnellst möglichen Abfolge von Schlag und Tritt Kombinationen. Dabei setzte Yamaguchi die Richtlatte gleich selber und zeigte wie schnell, dynamisch wie Techniken konstant im selben Rhythmus auf diese lange Distanz ausgeführt werden sollten. Fazit die Richtlatte war für alle Teilnehme nicht zu erreichen!

Danach war Beintraining angesagt. Wobei sich alle ganz nahe an die Turnbänke stellen und Fussschläge über das Hindernis hinweg ausführen mussten. Darauf folgten verschieden Formen des Freikampfes mit dem Hindernis dazwischen, was das Kumite erschweren sollte. Der Sonntag Morgen war ganz auf Ukemi (Werfen) und Ashibarai(Fegen) konzentrier. Auch hier konnte Yamaguchi Massstäbe setzten und zeigte wie wichtig eine präzise Techniken ist, um einen Wurf oder einen Fussfeger auch effektiv ausführen zu können.

Am Nachmittag zum Abschluss wurde auf Wunsch von Horst Baumgürtel das Ninjitsu Kraftraining durchgeführt. Ein Training das nur mit dem eigenen Körper arbeitet, die Rückenmuskulatur stark beansprucht und dabei die Körperdehnung stark fördert. Die ungewohnten Übungen, welche Yamaguchi speziell in seinem Dojo unterrichtet, brachten auch einige Dan Träger nach zwei Stunden an ihre körperlichen Grenzen. Als kleines Abschiedsgeschenk war allen Teilnehmern ein starker Muskelkater über die nächsten Tage garantiert. Jede schöne Zeit findet leider ein Ende und so musste sich auch Horst Baumgürtel von seinem langjährigen Sempai Masatoshi Yamaguchi verabschieden auf ein Sayonara im nächsten Jahr in Tokyo!