I.K.G.A WM in Cape Town 2009

I.K.G.A WM in Cape Town 2009

Die WM die alle vier Jahre stattfindet, stand dieses Mal unter einem besonderen Stern, denn dieses Jahr ist zugleich der 100. Geburtstag von Kaiso Gogen Yamaguchi, dem Begründer des Gojukai Karate und direkten Schüler von Chojun Miyagi dem Begründer des Goju Ryu Karate.

Schweizer Delegation

Neben den 800 Teilnehmern aus 24 Nationen, konnte die Schweizer Delegation an dieser WM mit einer beachtlichen Mannschaft antreten. Die technische Disziplin Bunkai-Kumite ist bereits seit 15 Jahren im Gojkai Karate Stil, als eigene Wettkampf Disziplinen integriert. Es ist die Kategorie in welcher die beiden Schweizer heiss gehandelt wurden, denn sie waren an der letzten WM in Rotterdam auf dem zweiten Platz. Horst Baumgürtel, der in dieser Disziplin als Experte zählen darf, trainierte und lebte 11 Jahre in Japan und wurde bereits vor 15 Jahren an der ersten WM Vizeweltmeister. Am Abend stand dann Kumite auf dem Plan. Da war ebenfalls Potential vorhanden. Durch den Berner Yanik Rossier der bereits als Kata Schweizermeister des SKF sein Können unter Beweis stellte, so wie Marco Stoffel und Markus Wüthrich die als Kumite Spezialisten antraten.

Einmarsch in die Arena

Am Freitag pünktlich um 10.00 Uhr begann unter grossem Applaus und der Musik „The Eye oft he Tiger“ der Einlauf aller Athleten. Als erstes Land dufte die Schweiz durch die grosse Arena schreiten, was ein gutes Omen für die Meisterschaft sein sollte. Nach dem Einmarsch aller Nationen, wurde es dunkel in der Halle und zum 100. Geburtstag von Gogen Yamaguchi wurde auf Grossleinwand die legendäre Geschichte dieses unvergleichlichen Grossmeisters gezeigt. Worauf ein Lichtkegel im Zentrum der Halle auf den Boden fiel und eine mystische Shakohachi Flöte zu spielen begann. Da wussten alle, dass der Moment gekommen war, das Goshi Yamaguchi „ Koryu“ den Gelben Drachen zum Leben erweckt. Es war der Wunsch seines Vaters das Erschaffen der vier aussergewöhnlichsten Kranich und Drachen Katas zu Ende zu führen. Einmal mehr zeigte Goshi Yamaguchi der Sohn der Katze mit einer unverwechselbaren Geschmeidigkeit, Eleganz und Dynamik wie sich ein Drache bewegen kann und mit der dritten Kata der Wunsch bald seine Erfüllung findet.

Damit war die 5.Gojukai WM eröffnet und der erste Tag stand für die Schweizer unter einem guten Stern, denn in der Disziplin Kata Damen Junioren erkämpfte sich Zuzana Taska aus Bern den 3. Platz. Danach war Hochstimmung im Schweizer Lager und angriffslustig erwartete man den zweiten Tag der ebenfalls mit einem Highlight aus Schweizersicht in die Geschichte einging sollte, denn in der Disziplin Kata Senioren Damen holte die Bernerin Doris Berger den Weltmeistertitel den sie sich mit Ausdruck und präziser Technik gegen Italien überzeugend verdient hatte. Mit diesen top Ergebnissen war man sehr gespannt, was nun der letzte Tag noch bringen mochte.

Kata Team

So begann der Sonntag in der Disziplin Team Kata bis 2. Dan für das Team aus Graubünden/Ilans mit einem Bronze Regen. Der Stern stand wieder hoch für das Schweizerlager. In Bunkai Kata war Asien mit Indonesien und Japan der Anwärter für die Medaillen Ränge. Das war der Moment auf den Horst Baumgürtel seit 15 Jahren gewartet hat, der Kampf um Gold. Die Schweizer mussten den Takt angeben und als erstes Team bereits in der ersten Runde gegen Indonesien starten. Beide Teams zeigten die höchste und schwierigste Bunkai Kata, Suparimpai, da wehten die roten Fahnen für die Schweiz. Japan Stand mit der Schweiz im Finale.

Der Krimi war perfekt! Zum dritten Mal Stand die Schweiz im Finale gegen Japan. Horst Baumgürtel mit 46 Jahren und seinem langjährigen Schüler und Bunkai Partner Domenic Lanicca standen nun den die jungen dynamischen Japaner auf der Finalkampffläche gegenüber. Hauptkampfrichter war Futawatari Masahiko, der Japaner der vor 15 Jahren an der ersten WM gegen Horst Baumgürtel in Tokyo gewonnen hatte und dessen Schüler nun ebenfalls im Finale stand. Die Schweizer gaben nun 100% und setzten alles auf eine Karte. Nur ein Handgrifffehler konnte bereits den zweiten Platz bedeutete. Einmalmehr zeigten sie Nerven und boten eine realistisch angewandte Bunkai Kata die auf viel Erfahrung im Bereich des Budo schliessen liess, was das japanischeTeam trotz sauberen Techniken nicht bieten konnte. Hauptkampfrichter Futawatari Futawatari erhob die rote Fahne. Die Schweiz war endlich Weltmeister!

Kumite Elite

Im Kumite war neben Iran, Australien und Süd Afrika, Japan der Top Favorit mit dem es aus Schweizersicht nicht zu spassen war. So konnte Japan in allen vertretenen Gewichtsklassen Medaillen aufweisen, wobei der Matador an dieser WM der grossgewachsene Japaner Ito san war. Ein guter Freund von Horst Baumgürtel mit dem er sich diesen Sommer in Japan für die WM vorbereitete. Er wusste zu Berichten, dass Ito san trotz einem ausgedrehten Knie, schon verletzt zur WM kam, was seine Leistung noch mehr würdigt. Trotz guter Leistung konnte sich schlussendlich nur Markus Wüthrich behaupten. Durch seine tollen Fuss und Schlagkombinationen, seiner lockeren kontrollierten Haltung, war für alle Zuschauer ein Kumite der Sonderklasse. Markus Wüthrich konnte sehr überlegen den 3. Platz für sich entscheiden.