Gojukai Karate Seminar vom 21.-23. September 2012 
mit Grossmeister Masatoshi Yamaguchi Dan.7 Shihan

von Redaktor H.B

Die Redaktion: Die meisten Japaner können sich nur wenige Tage Urlaub im Ausland gönnen, denn in Japan geht die Arbeit vor. Masatoshi Yamaguchi hat jedoch diese Möglichkeit mit seiner Firma die sich speziell in der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik einem Nischenbereich verschrieben hat. Nebst der Arbeit als Kleinunternehmer führt Yamaguchi Shihan ein traditionelles Dojo das sich im eigenen Haus zwischen Büro und Wohnung im Zentrum von Tokyo befindet. Yamaguchi hat sich durch seine Firma ganz bewusst Freiraum geschaffen, der es ihm erlaubt sich intensiv auf das Karate Training zu konzentrieren und sein Position als Technischer Koordinator in der Führungsspitze des Japan Gojukai  (J.K.G.A) wahr zu nehmen.

Als Yamaguchi Shihan also von Horst Baumgürtel gefragt wurde, ob ein längerer Aufenthalt in der Schweiz möglich sei, meine er nur: „ hai, mondai nai desu“, was auf Deutsch „ja, kein Problem“ bedeutet. Yamaguchi Shihan blieb also zu unserer grossen Freude volle 10 Tag in der Schweiz.So beschränkte sich der Besuch nicht nur auf ein Karatewochenende, sonder ermöglichte seinen Unterricht auch im regulären Wochentraining. Das war für die Kleinsten natürlich etwas noch nie Dagewesenes: „ In unserem Dojo ein richtiger Japaner der dazu nur Japanisch spricht!“

Yamaguchi Shihan unterrichtete mit so viel Scharm, Witz und Gestik, dass die Kinder ihre Scheu gleich ablegten und begeistert mitmachten. Nach dem Training hatten die Kinder die Möglichkeit ihren Namen von Yamaguchi Shihan persönlich auf den Gurt schreiben zu lassen, was natürlich für alle ein muss bedeutete. In der nächsten Klasse wurde der Unterricht intensiver, denn die Jugendlichen mussten  sich mit Grundschule und Beintraining mächtig ins Zeug legen. Bei den Erwachsenen war dann Kumite angesagt, wobei Yamguchi einmal mehr beeindruckend zeigte, wie kräftige und schnelle Techniken aus einer soliden Grundtechnik zum tragen kommen.

Ausser Karate waren natürlich Tagesausflüge angesagt. Unter anderem standen H.R. Giger Museum, Schaukäserei im Emmental, Ausflug nach Interlaken, Besuch des Kristallkellers des berühmten Strahlers Paul von Känel in Reichenbach, Essen am Thunersee bis hin zum Relaxen im Solbad Schönbühl auf dem Programm.

Nach den entspannten Tagen begann das dreitägige Seminar am Freitagabend in unserem Dojo. Für den Auftakt waren nur Braun und Dan Grade zugelassen. Da der Lehrgang als Stil offen ausgeschrieben war, waren zu unserer Freude auch hohe Dan Träger des JKS Verbands wie Peter Wyss 5. Dan und Beat Frey 5. Dan mit ihren Schülern anwesend. Japan Karate Shotorenmei (JKS) ist ein Verband mit dem der Gojukai Bern seit vielen Jahren eine gute Beziehung pflegt. Die Bekanntschaft begann nichts ahnend schon vor vielen Jahren als Horst Baumgürtel in Japan Mitglied im All Tokyo Karate Team war, denn der heutige Technische Direktor Sensei Masao Kagawa 8th Dan war einer der bekannten Trainer des Teams. Mit Sensei Kagawa als persönlichen Coach gewann Horst Baumgürtel damals die JKF Full Kontakt Tokyo Meisterschaft. An diesem Abend war ebenfalls Kumite das Thema. Das Motto war den Konterangriff beim Zurückweichen, Vorgehen und Ausweichen auszuführen. Was sich als harte Nuss herausstellte, die nur durch technisches Geschick zu knacken war.

Für den Samstag war der rote Faden leicht zu erkennen. Nach dem Warmlaufen und dem Stretching war Konditionstraining angesagt. Die Halle hoch und runter mit einer schnellst möglichen Abfolge von Schlag und Tritt Kombinationen. Dabei setzte Yamaguchi die Richtlatte gleich selber und zeigte wie schnell, dynamisch wie Techniken konstant im selben Rhythmus  auf diese lange Distanz ausgeführt werden sollten. Fazit die Richtlatte war für alle Teilnehme nicht zu erreichen! Danach war Beintraining angesagt. Wobei sich alle ganz nahe an die Turnbänke stellen und Fussschläge über das Hindernis hinweg ausführen mussten. Darauf folgten verschieden Formen des Freikampfes mit dem Hindernis dazwischen, was das Kumite erschweren sollte.

Der Sonntag Morgen war ganz auf Ukemi (Werfen) und Ashibarai(Fegen) konzentrier. Auch hier konnte Yamaguchi Massstäbe setzten und zeigte wie wichtig eine präzise Techniken ist, um einen Wurf oder einen Fussfeger auch effektiv ausführen zu können. Am Nachmittag zum Abschluss wurde auf Wunsch von Horst Baumgürtel das Ninjitsu Kraftraining durchgeführt. Ein Training das nur mit dem eigenen Körper arbeitet, die Rückenmuskulatur stark beansprucht und dabei die Körperdehnung stark fördert. Die ungewohnten Übungen, welche Yamaguchi speziell in seinem Dojo unterrichtet, brachten auch einige Dan Träger nach zwei Stunden an ihre körperlichen Grenzen. Als kleines Abschiedsgeschenk war allen Teilnehmern ein starker Muskelkater über die nächsten Tage garantiert.

Jede schöne Zeit findet leider ein Ende und so musste sich auch Horst Baumgürtel von seinem langjährigen Sempai Masatoshi Yamaguchi verabschieden auf ein Sayonara im nächsten Jahr in Tokyo!

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